Mit 30 Jahren haben Amiga-Disketten ihre geplante Lebenserwartung schon mehr als das dreifache übertroffen. Wenn sie noch laufen - Glückwunsch - wenn nicht Pech gehabt.
Solche Geräusche entstehen häufig, weil sich der Kleber zwischen dem Metallteil in der Mitte und der Datenscheibe gelöst hat. Dann dreht sich nur noch das Mittelteil, aber nicht mehr die Datenscheibe Wenn das passiert ist die Diskette schrott, selbst wenn man es kleben würde würde die Übereinstimmung zwischen Datenscheibe und Mittelteil nicht mehr stimmen, die Diskette wäre unlesbar.
Ich habe eine Reparaturmethode, bei der ich die defekte Datenscheibe aus der Diskette entferne und eine funktionstüchtige neue Datenscheibe einlege.
Dafür nehme ich die Diskette und gehe auf der Oberseite mit einem flachen Spachtel zwischen beide Hälften der Diskette. Dann ein wenig seitlich hebeln und die Diskette öffnet sich an der Oberseite. Dabei fällt meistens der Schreibschutzschieber raus, den also nicht verlieren. Dann kann man die alte Datenscheibe entfernen und eine Datenscheibe von einer Spenderdiskette einsetzen. Dabei muss man vorsichtig sein, wenn man mit den Fingern oder einer Pinzette versehentlich die Datenscheibe der Spenderdiskette berührt kann man sich eine neue Spenderdiskette suchen. Die Datenscheibe der Spenderdiskette hat dann nämlich direkt neue Fehler.
Wenn man die Datenscheibe eingesetzt hat und auch der Schreibschutzschieber wieder am passenden Ort sitzt klebt man die Diskette temporär mit Tesafilm an den Seiten zu und testet sie am Amiga auf Fehler. Es gibt spezielle Tools dafür wie z.B. die Quarterback Tools, der Formatbefehl reicht aber auch. Dabei auf ungewöhnliche Geräusche achten. Falls alles gut ist kann man die Diskette wieder aus dem Laufwerk nehmen, den Tesafilm entfernen und auf die beiden Punkte, an denen die Diskette vorher zusammengeklebt war, einen kleinen Tropfen Sekundenkleber geben. Dann kurz warten. Jetzt kann man die Diskette noch ein zweites Mal am Amiga testen. Falls immer noch alles in Ordnung ist schreibt man ein ADF auf die Diskette zurück und hat sein Spiel.
Sollte es nicht möglich sein die Diskette an der Oberseite zu öffnen (z.B. wegen eins Labels, das man nicht zerstören möchte) kann man den Trick auch auf der Unterseite machen, muss aber den Schutzschieber vorher vorsichtig entfernen (auf die Feder achten).
Nach dieser Methode hat man häufig ein gecracktes Spiel auf der Originaldisk, was ein störender Nebeneffekt sein kann. Da würde es sich als Alternative anbieten mittels Kryoflux ein IPF auf die Diskette zu schreiben (vorausgesetz man hat ein IPF des betreffenden Spiels und einen Kryoflux). Dann erhält man ein 100%iges Original. Es gäbe auch die Möglichkeit mittels X-Copy und einem Cyclone-Modul eine 1 zu 1 Kopie einer vorhandenen funktionstüchtigen Spiels zu produzieren (wieder Verfügbarkeit vorausgesetzt).
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Es gibt auch Leute, die mit einem Neodym-Magneten auf einer Diskette rumreiben um Schäden in der Magnetschicht durch eine Neuanordnung der magnetischen Partikel zu beheben. Schlimmstenfalls schrottet es die Datenscheibe komplett, aber eine Steigerung von Schrott gibt es nicht. Wenn die Diskette aber bereits hechelt und schabt ist es dafür in der Regel schon zu spät.
gruß
Dennis